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Was ist zivile Krisenintervention?
(nach: Christine Schweitzer: Instrumente der Konfliktintervention, Arbeitspapier Nr. 3 der IFGK 1996)

"Unter Inter­vention ist jede Beeinflussung eines Herrschaftssystems von außen zu verstehen, egal ob sie gewaltfrei oder gewaltsam vorgenommen wird" (Czempiel, Ernst-Otto, Die Intervention. Politische Notwendgkeit und strategische Möglichkeiten, in: Politi­sche Vierteljahresschrift 35 H.3, 1994:402 ff)

Von "Konfliktinterventionen im internationalen Umfeld" spricht man, wenn von solchen Interventionen die Rede sein soll, die vorgenommen werden, um als externe Partei einen Kon­flikt in einem anderen als dem eigenen Herrschaftssystem zu beeinflussen.

Es können dreizehn vielleicht am besten als taktisch zu bezeichnenden Ziele oder Zwecke definiert werden, denen sich Interventionsmethoden zuordnen lassen:

  1. Umdenken bzw. Einlenken einer oder aller Konfliktpartei(en) zu bewirken
  2. Machtverteilung innerhalb einer Konfliktpartei verändern
  3. einer Konfliktpartei zum Sieg verhelfen
  4. Modus der Konfliktaustragung verändern
  5. Menschenrechte schützen
  6. Opfern von Gewalt und Krieg helfen
  7. Umsetzung von Vereinbarungen garantieren
  8. Aufbau von Zivilgesellschaft unterstützen
  9. Mächtige Dritte zum Ergreifen von Maßnahmen bewegen
  10. eigene Staatsbürger schützen
  11. strategische und/oder wirtschaftliche Interessen sichern
  12. Anhänger/Mitglieder für die eigene Sache/Glauben gewinnen
  13. Soziale/ökonomische Struktur verändern

Der Begriff der „Zivilen Krisenintervention“ ist unscharf. Problematisch ist, wenn "zivil" als Gegensatz zu "militärisch" verstanden und- zumindest implizit - unterstellt oder assoziiert wird, dass die ent­sprechende Intervention deshalb "gewaltlos" sei. Sanktionen beispielsweise können aber genauso tödliche Folgen haben wie militärische Aktionen. Manchmal wird „zivile Interventionen“ in das Begriffsfeld der "zivilen Gesellschaft" gestellt, und man beschreibt damit die Tätigkeit von NROs und Kirchen. Man sollte sich jedoch davor hüten, die Intervention durch gesellschaftliche Träger als generell "gut" im Gegensatz zur "bösen" staatlich-internationalen Intervention zu beurteilen.

Christine Schweitzer zieht es daher vor, von „gewaltfreier Krisenintervention“ zu sprechen. Sie beschreibt sie wie folgt:

  1. Das Ziel der Intervention ist die Bearbeitung des Konfliktes unter Berücksichtigung der Interessen aller Konfliktseiten
    oder die Unterstützung einer Partei, die für eine solche Konfliktbearbeitungund/oder Verteidi­gung der Menschenrechte und Herstellung von Gerechtigkeit eintritt und wenn
  2. Dabei wird auf den Einsatz von tödlicher Gewalt, sei sie direkter physischer oder struktureller Art, verzichtet.

Links zum Thema:

www.berghof-center.org
(insbesondere der Menüpunkt: Projekte)

www.konflikbearbeitung.net
http://www.nonviolent-peaceforce.de/

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